Maschen & Techniken

Kegel häkeln: Die Zunahme-Formel, die jedes Mal funktioniert

Eine einfache Regel macht aus einem flachen Kreis einen glatten, spitzen Kegel – und damit kannst du Amigurumi häkeln wie Tannenbäume, Mützen, Karotten, Eistüten und Wichtel.

Von Ava · MrsCrochetWorld · Aktualisiert am 21. Oktober 2026 · 11 Min. Lesezeit

Drei fertig gehäkelte Kegel aus salbeigrünem, haferfarbenem und terrakottafarbenem Baumwollgarn auf einem cremefarbenen Leinen-Basteltisch mit Häkelnadel, Wollknäueln und Füllwatte

Den Kegel bringt dir niemand bei – und doch brauchst du ihn genau in dem Moment, in dem du einen Weihnachtsbaum, eine Wichtelmütze, eine Karotte, eine Eistüte, einen Partyhut, ein Einhorn-Horn oder einen Hexenhut häkeln willst. Die meisten Anfängerinnen versuchen zu improvisieren und landen bei etwas, das sich entweder wie eine Schüssel nach außen wölbt oder hartnäckig eine Röhre bleibt – und geben dann still und leise auf. Das Ärgerliche daran: Ein Kegel ist überhaupt keine schwierige Form. Er ist sogar die am leichtesten zu kontrollierende aller Amigurumi-Formen, denn er hängt an einer einzigen Zahl, die du am Anfang festlegst und über die du danach nie wieder nachdenken musst.

Kurze Antwort: Um einen Kegel zu häkeln, beginnst du mit einem Fadenring (magischer Ring) mit 6 festen Maschen (sc) und nimmst dann in jeder Runde eine feste Anzahl Maschen zu, während du in einer durchgehenden Spirale arbeitest. Sechs Zunahmen pro Runde ergeben einen flachen Kreis, null Zunahmen eine gerade Röhre, und alles dazwischen ergibt einen Kegel. Zwei oder drei Zunahmen pro Runde sind der zuverlässige goldene Mittelweg.

Das ist das ganze Geheimnis. Ein Kegel ist keine eigene Technik, die du lernen musst – er ist ein verlangsamter flacher Kreis. Sobald du verstehst, dass die Zunahmerate den Winkel der Wand bestimmt, folgst du nicht mehr nur Kegel-Anleitungen, sondern entwirfst deine eigenen, in jeder Höhe und Steilheit, die du möchtest. In dieser Anleitung bekommst du die Formel, die genauen Maschenzahlen Runde für Runde für drei verschiedene Kegelwinkel, die Platzierungsregel, die die Oberfläche glatt statt sechseckig hält, die Lösungen für die vier Probleme, auf die jede Kegel-Häklerin stößt, und eine kleine Auswahl an Projekten, die eigentlich nur verkleidete Kegel sind.

Hier verwenden wir durchgehend US-Häkelbegriffe, Baumwollgarn der Stärke Worsted (mittelstarkes Garn, Stärke 4) oder DK (etwas dünner, Stärke 3) und eine Häkelnadel, die ein bis zwei Größen kleiner ist als auf der Banderole empfohlen – das übliche Amigurumi-Setup, bei dem die Maschen so fest sitzen, dass keine Füllwatte durchscheint. Wenn du ganz neu im Runden-Häkeln bist, lies zuerst die unten verlinkten Anleitungen zum Fadenring und zum flachen Kreis und komm dann zurück. Danach ergibt der Kegel sofort Sinn.

Drei Formen aus einer einzigen Formel

Kreis, Zylinder und Kegel sind keine drei Techniken. Sie sind drei Einstellungen desselben Reglers.

Gehäkelter flacher Kreis, gerader gehäkelter Zylinder und spitzer gehäkelter Kegel nebeneinander – so verändert die Zunahmerate die Form
01 Die Grundidee

Die Zunahmerate ist der einzige Regler, an dem du drehst

Wenn du in Spiralrunden häkelst, braucht jede Runde eine bestimmte Anzahl zusätzlicher Maschen, damit das Stück flach liegen bleibt. Bei einem Kreis, der mit 6 Maschen beginnt, liegt diese magische Zahl bei 6 Zunahmen pro Runde: Runde 2 hat 12 Maschen, Runde 3 hat 18, Runde 4 hat 24, und die Scheibe bleibt für immer perfekt flach. Nimmst du alle sechs Zunahmen weg, hat das Stück keinen Platz mehr, um nach außen zu wachsen – die Wand knickt um 90 Grad ab und wächst als Zylinder gerade nach oben. Alles zwischen diesen beiden Extremen ist ein Kegel. Drei Zunahmen pro Runde sind die Hälfte von sechs, also neigt sich die Wand ungefähr auf halbem Weg zwischen flach und senkrecht – ein klassischer mittlerer Kegel. Zwei Zunahmen pro Runde ergeben einen schlankeren, eleganteren Kegel, vier einen breiten, flachen. Du lernst nicht drei Formen, du wählst eine Zahl.

Lies zuerst die Formel für den flachen Kreis →
Hände häkeln einen Kegel in Runden aus haferfarbenem Baumwollgarn, ein rosa Maschenmarkierer steckt in der ersten Masche der Runde
02 Platzierung

Wo du zunimmst, entscheidet über glatt oder sechseckig

Ein Kegel mit drei Zunahmen pro Runde kann aussehen wie eine glatte Eistüte oder wie ein zerknitterter Papierhut – und der Unterschied liegt allein in der Platzierung. Wenn du deine Zunahmen Runde für Runde direkt übereinander stapelst, entstehen drei sichtbare Kanten am Kegel entlang, und die Silhouette wird zu einem dreieckigen Prisma. Die Lösung: versetzen. Verschiebe den Startpunkt der Zunahmen in jeder Runde um ein paar Maschen, damit die zusätzlichen Maschen spiralförmig um das Stück wandern, statt sich aufzureihen. Die einfachste zuverlässige Methode: Teile die Runde in gleiche Abschnitte, setze am Ende jedes Abschnitts eine Zunahme und verschiebe in der nächsten Runde den Teilungspunkt um zwei oder drei Maschen. Das Auge liest eine Spirale als glatt und einen Stapel als Ecke.

Lerne die passende Abnahme-Technik →
Vier gehäkelte Kegel-Projekte: ein salbeigrüner Weihnachtsbaum, eine Eistüte, eine orangefarbene Karotte und ein Wichtel mit hoher Zipfelmütze
03 Warum es sich lohnt

Eine Form, ein ganzes Regal voller Projekte

Sobald du den Kegel beherrschst, siehst du ihn plötzlich überall. Ein grüner Kegel mit einem Stern obendrauf ist ein Weihnachtsbaum. Ein hoher, schmaler Kegel in Altrosa ist eine Wichtelmütze. Ein orangefarbener Kegel mit grünem Blattschopf ist eine Karotte. Ein hellbrauner Kegel mit einer Kugel aus cremefarbener Wolle obendrauf ist eine Eistüte. Dreh einen Kegel um, und er wird zum Hexenhut, Partyhut, Einhorn-Horn, zur Raketenspitze, zur Mini-Blumenstraußhülle oder zum Vogelschnabel. Nur sehr wenige Amigurumi-Formen zahlen sich so schnell aus – genau deshalb lohnt es sich, einen Abend lang die Formel in die Finger zu bekommen, statt jedes Mal nach einer eigenen Anleitung zu suchen.

Amigurumi-Anleitungen ansehen →

Kegel häkeln, Schritt für Schritt

Das ist der mittlere Kegel – drei Zunahmen pro Runde, der vielseitigste Winkel für fast alles. Häkle in einer durchgehenden Spirale, ohne Runden mit Kettmasche zu schließen oder Luftmaschen zu häkeln, und setze in die erste Masche jeder Runde einen Maschenmarkierer. Durchgehend US-Häkelbegriffe.

  1. Häkle einen Fadenring (magischer Ring) mit 6 festen Maschen (sc). Zieh ihn fest zu, damit sich die Spitze des Kegels vollständig schließt. Die Spitze ist der sichtbarste Teil eines Kegels, deshalb fällt ein lockerer Fadenring als Erstes auf. Wenn sich der Ring nicht sauber schließen lässt, zieh das Fadenende kräftig an, bevor du mit Runde 2 beginnst – nicht erst danach.
  2. Setz den Markierer sofort. Klipp einen verschließbaren Maschenmarkierer in die allererste Masche von Runde 1. Eine Spirale hat keine Naht, an der du zählen kannst, und ein Kegel verzeiht keine verlorenen Runden, denn eine vergessene Zunahme zeigt sich als Delle in der Wand. Setz den Markierer in jeder neuen Runde in die erste Masche um.
  3. Runde 2: 3-mal zunehmen, gleichmäßig verteilt. Häkle 1 feste Masche (sc) in die erste Masche, dann 2 feste Maschen in die nächste Masche (Zunahme, inc), und wiederhole dieses Paar die ganze Runde. Am Ende von Runde 2 hast du 9 Maschen. Schon jetzt will sich das Stück wölben, statt flach zu liegen – so entsteht der Kegel.
  4. Ab Runde 3: genau 3 Maschen pro Runde zunehmen. Verteile die drei Zunahmen ungefähr gleichmäßig über die Runde und verschiebe jedes Mal, wo sie liegen. Runde 3 ergibt 12 Maschen, Runde 4 ergibt 15, Runde 5 ergibt 18, Runde 6 ergibt 21 und so weiter in Dreierschritten. Die Maschenzahl ist das Einzige, was du im Blick behalten musst.
  5. Versetze die Zunahmen in jeder Runde. Häkle nach einer Zunahme im Vergleich zur vorherigen Runde ein paar zusätzliche normale Maschen, bevor die nächste Zunahme kommt. Über mehrere Runden wandern die Zunahmen in einer langsamen Spirale um den Kegel, und die Wand bleibt glatt.
  6. Häkle weiter, bis der Boden den gewünschten Durchmesser hat. Es gibt keine feste letzte Runde. Leg den Kegel flach hin und miss quer über die Öffnung. Hör auf, wenn die Breite zu deinem Projekt passt – etwa 12 bis 15 Runden ergeben in Worsted-Baumwolle einen kleinen Baum oder eine Wichtelmütze.
  7. Stopf nach und nach leicht aus, nicht erst am Ende. Ein Kegel läuft spitz zu, sodass du die Spitze nicht mehr erreichst, sobald die Öffnung klein ist. Schieb etwa in Runde 6 bis 8, solange deine Finger noch hineinpassen, ein Bröckchen Füllwatte in die Spitze und füll dann beim Weiterhäkeln nach.
  8. Schließ den Boden. Für einen geschlossenen Kegel häkelst du separat einen flachen Kreis mit derselben Maschenzahl und nähst ihn mit überwendlichen Stichen an – oder du schließt die Öffnung mit Abnahmen, wenn der Kegel im Regal stehen soll. Für eine Mütze beendest du die Arbeit einfach und lässt die Öffnung als Rand.
  9. Beende die Arbeit mit einem unsichtbaren Abschluss. Schneide den Faden ab, zieh ihn durch die Schlinge, führ ihn dann unter dem V der nächsten Masche hindurch und zurück durch die Mitte der letzten Masche nach unten. So schließt du die Runde, ohne die kleine Stufe zu hinterlassen, die beim einfachen Beenden entsteht.
  10. Vernäh das Fadenende im Inneren des Kegels. Stich die Nadel durch die Füllung und auf der gegenüberliegenden Seite wieder heraus, zieh sanft an und schneide den Faden dicht an der Oberfläche ab. Das Fadenende verschwindet in der Füllung und kann sich nicht mehr lösen.

Der Kegel-Spickzettel: drei Winkel, Runde für Runde

Wähle deine Zunahmerate passend zum Projekt und folge dann der entsprechenden Spalte. Alle drei beginnen mit einem Fadenring mit 6 Maschen.

Runde Schlanker Kegel (2 Zun.) Mittlerer Kegel (3 Zun.) Breiter Kegel (4 Zun.)
1 6 6 6
2 8 9 10
3 10 12 14
4 12 15 18
5 14 18 22
6 16 21 26
8 20 27 34
10 24 33 42
12 28 39 50
15 34 48 62
Ideal für Einhorn-Hörner, Karotten, hohe Wichtelmützen Weihnachtsbäume, Eistüten, Hexenhüte Partyhüte, flache Röckchen, Vogelschnäbel

Dir fällt sicher auf: Der schlanke Kegel wächst langsam und wird hoch, bevor er breit wird, während der breite Kegel schnell in die Breite geht und niedrig bleibt. Wenn du einen hohen, schlanken Baum möchtest, nimm die Spalte mit 2 Zunahmen und häkle einfach mehr Runden. Wenn du einen gedrungenen, fröhlichen Wichtel möchtest, nimm die Spalte mit 4 Zunahmen und hör früher auf. Die Formel funktioniert in beide Richtungen, ohne dass sich die Technik jemals ändert.

Vier Probleme, auf die jede Kegel-Häklerin stößt

Diese vier Klagen decken fast jeden Kegel ab, der schiefgeht – und für jede gibt es eine Lösung in einem Satz.

Kegel-Probleme auf einen Blick

  • Mein Kegel hat sichtbare Ecken. Deine Zunahmen stapeln sich. Versetze die Zunahmen in jeder Runde um zwei oder drei Maschen, damit sie sich spiralförmig verteilen, statt sich aufzureihen.
  • Mein Kegel weitet sich zu einer Schüssel. Du nimmst für die gewünschte Höhe zu schnell zu. Geh von vier Zunahmen pro Runde auf drei herunter oder von drei auf zwei.
  • Mein Kegel sieht aus wie eine Röhre mit Spitzhut. Du hast ein paar Runden lang zugenommen und dann aufgehört. Ein Kegel braucht in jeder einzelnen Runde dieselbe Anzahl Zunahmen, bis ganz hinunter zum Boden.
  • Die Füllwatte scheint durch die Maschen. Nimm eine Häkelnadel eine Größe kleiner. Kegelwände dehnen sich stärker als Zylinderwände, weil jede Runde unter Spannung nach außen steht.
  • In der Spitze ist ein Loch. Der Fadenring wurde nicht ganz zugezogen. Zieh ihn in Runde 1 fest und fädle das Anfangsfadenende ein zweites Mal durch den Ring, bevor du es vernähst.
  • Der Kegel neigt sich zur Seite. Deine Zunahmen konzentrieren sich auf eine Hälfte der Runde. Zähl die normalen Maschen zwischen den Zunahmen und halte die Abstände ungefähr gleich.

Wie hoch wird mein Kegel?

Die Höhe legst du nicht direkt fest – sie ergibt sich aus der Zunahmerate und der Anzahl der Runden. Mit Worsted-Baumwolle und einer 3,0-mm-Häkelnadel ist eine Runde etwa 4 bis 5 mm hoch. Ein mittlerer Kegel mit 15 Runden ist also etwa 7 cm hoch und hat einen Boden mit rund 9 cm Durchmesser. Der schlanke Kegel erreicht mit denselben 15 Runden dieselbe Höhe, aber mit einem Boden von nur etwa 6 cm – deshalb wirkt er elegant statt klobig.

Wenn eine Anleitung eine Endgröße angibt und du sie genau treffen willst, häkle sechs Runden, miss Höhe und Breite und rechne von dort aus hoch. Das dauert zwei Minuten und erspart dir, einen ganzen Baum fertigzuhäkeln, der dann zu klein für den geplanten Anhänger ist. Die Maschenprobe ist bei Kegeln wichtiger als bei den meisten anderen Formen, weil sich der Fehler mit jeder Runde aufsummiert, statt gleich zu bleiben.

Einen Kegel vom breiten Ende aus häkeln

Alles oben Beschriebene baut den Kegel von der Spitze nach unten auf. Das ist der Standardweg und für Anfängerinnen der leichtere, weil die Maschenzahl immer nur wächst. Du kannst aber auch vom breiten Ende nach oben arbeiten: Du beginnst mit einer Luftmaschenkette (ch), die du zum Ring schließt, und nimmst ab statt zu. Die Rechnung ist genau dieselbe, nur umgekehrt: Drei Abnahmen pro Runde ergeben denselben mittleren Kegel.

Welche Richtung solltest du wählen? Häkle von der Spitze aus, wenn der Kegel ein eigenständiges Objekt ist, etwa ein Baum oder eine Karotte, denn die geschlossene Spitze wird sauberer und du kannst nach und nach ausstopfen. Häkle vom breiten Ende aus, wenn der Kegel eine Mütze ist, die über einen fertigen Amigurumi-Kopf passen muss – so kannst du sie beim Formen immer wieder anprobieren und genau im richtigen Moment aufhören. Die meisten Anleitungen für Wichtel- und Hexenhüte verwenden aber ohnehin die Methode von der Spitze abwärts, weil die Schwerkraft die Passform für dich übernimmt.

Wolle und Häkelnadel, die einem Kegel schmeicheln

Baumwolle ist das beste Garn für Kegel, und zwar mit großem Abstand. Ein Kegel muss eine starre geometrische Silhouette halten, und Baumwolle hat fast kein Formgedächtnis und kaum Dehnung – so bleiben die Wände klar und die Spitze spitz. Acryl funktioniert auch, macht die Winkel aber etwas weicher. Verzichte bei deinem ersten Kegel auf alles Flauschige oder Angeraute: Kunstfell- und Chenillegarn verdecken das Maschenbild komplett, sodass du deine Zunahmen nicht siehst und deine Runden nicht zählen kannst.

Bei der Nadelstärke gehst du ein bis zwei Größen unter die Angabe auf der Banderole. Eine Worsted-Baumwolle, die für 5,0 mm ausgewiesen ist, häkelst du für Amigurumi mit einer 3,0- oder 3,5-mm-Häkelnadel. Das dichtere Maschenbild ist bei Kegeln wichtiger als bei Kugeln, weil die schräge Wand die Maschen ständig auseinanderzieht – bei einem locker gehäkelten Kegel scheint die Füllwatte entlang der ganzen Schräge durch, nicht nur an den Nähten.

Ein Kegel ist nur ein Kreis, der es sich mit dem Flachbleiben anders überlegt hat.— Ava, MrsCrochetWorld

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Beginne mit einem festen Ring

Die Spitze ist das Erste, worauf jeder bei einem Kegel schaut. Zieh den Fadenring in Runde 1 ganz zu und sichere das Fadenende doppelt.

Ein Markierer, jede Runde

Eine Spirale hat keine Naht, an der du zählen kannst. Der Markierer verhindert, dass eine vergessene Zunahme zur bleibenden Delle wird.

Ausstopfen, bevor es eng wird

Schieb etwa in Runde 6 Füllwatte in die Spitze, solange deine Finger noch hineinpassen. Sobald der Kegel wächst, erreichst du die Spitze nicht mehr.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Zunahmen pro Runde brauche ich für einen Kegel?

Jede Anzahl zwischen einer und fünf Zunahmen pro Runde ergibt einen Kegel, wenn du mit einem Fadenring mit 6 Maschen beginnst. Drei Zunahmen pro Runde sind die zuverlässige Allround-Wahl und ergeben eine Form, die einem klassischen Weihnachtsbaum oder einer Eistüte nahekommt. Zwei Zunahmen ergeben einen schlankeren, höheren Kegel, vier einen breiten, flachen. Mit sechs Zunahmen pro Runde würde das Stück zu einem flachen Kreis, mit null Zunahmen zu einer geraden Röhre.

Warum sieht mein gehäkelter Kegel sechseckig statt rund aus?

Deine Zunahmen stapeln sich direkt übereinander. Dadurch entstehen sichtbare Kanten am Kegel entlang, und die Silhouette wird zu einem kantigen Prisma. Verschiebe die Position deiner Zunahmen in jeder Runde um zwei oder drei Maschen, damit die zusätzlichen Maschen spiralförmig um das Stück wandern. Das Auge liest eine Spirale als glatte Rundung und einen senkrechten Stapel als Ecke.

Soll ich einen Kegel von der Spitze oder vom breiten Ende aus häkeln?

Von der Spitze aus ist es leichter und üblicher, weil die Maschenzahl nur wächst, sich die Spitze mit einem Fadenring sauber schließt und du beim Häkeln ausstopfen kannst. Beginne stattdessen am breiten Ende mit Abnahmen, wenn du eine Mütze häkelst, die über einen fertigen Amigurumi-Kopf passen muss – so kannst du sie beim Formen anprobieren und im richtigen Moment aufhören.

Wie verhindere ich, dass die Füllwatte durch meinen Kegel scheint?

Nimm eine Häkelnadel eine Größe kleiner. Kegelwände stehen ständig unter Spannung nach außen, weil jede Runde breiter ist als die darunter, deshalb dehnt sich das Gehäkelte stärker als bei einem Zylinder. Eine Worsted-Baumwolle, die für eine 5,0-mm-Nadel ausgewiesen ist, häkelst du für Amigurumi mit einer 3,0- oder 3,5-mm-Nadel – dann schließen sich die Lücken.

Wie hoch wird mein Kegel?

Mit Worsted-Baumwolle und einer 3,0-mm-Häkelnadel bringt jede Runde etwa 4 bis 5 mm Höhe. Ein mittlerer Kegel mit 15 Runden ist rund 7 cm hoch und hat einen Boden mit etwa 9 cm Durchmesser. Die Höhe ergibt sich aus Zunahmerate und Rundenzahl, statt dass du sie direkt festlegst – häkle also sechs Runden, miss nach und rechne von dort aus hoch.

Kann ich einen Kegel ohne Fadenring häkeln?

Ja. Häkle zwei Luftmaschen (ch) und arbeite sechs feste Maschen (sc) in die zweite Luftmasche ab der Nadel, dann geht es ganz normal weiter. Die Spitze wird etwas weniger ordentlich als bei einem fest zugezogenen Fadenring und kann ein kleines Loch haben – fädle das Anfangsfadenende deshalb einmal durch die Maschen der ersten Runde, bevor du es vernähst, um die Lücke zu schließen.

Welches Garn eignet sich am besten für gehäkelte Kegel?

Baumwolle, mit deutlichem Abstand. Kegel müssen eine starre geometrische Silhouette halten, und Baumwolle hat kaum Dehnung oder Formgedächtnis – so bleiben die Wände klar und die Spitze spitz. Acryl funktioniert, macht die Winkel aber etwas weicher. Verzichte bei deinem ersten Kegel auf Kunstfell- und Chenillegarn, weil sie das Maschenbild verdecken und du deine Zunahmen nicht mehr zählen kannst.

Wie schließe ich den Boden eines Kegels?

Du hast zwei Möglichkeiten. Häkle separat einen flachen Kreis mit derselben Maschenzahl wie deine letzte Runde und näh ihn mit überwendlichen Stichen an die Öffnung – das ergibt einen sauberen, flachen Boden, auf dem der Kegel aufrecht steht. Oder schließe die Öffnung mit Abnahmen im selben Rhythmus, in dem du zugenommen hast – das ergibt eine abgerundete, kissenartige Unterseite. Nimm den flachen Kreis für Bäume und Wichtel, die stehen sollen.

Warum neigt sich mein Kegel zur Seite?

Deine Zunahmen ballen sich auf einer Hälfte jeder Runde, statt gleichmäßig verteilt zu sein. Zähl die normalen Maschen zwischen den Zunahmen und mach die Abstände so gleich, wie die Maschenzahl es zulässt. In Runden, in denen die Zahl nicht glatt aufgeht, setzt du die zusätzliche Masche jedes Mal in eine andere Lücke statt immer an dieselbe Stelle.

Kann ich die Kegel-Formel auch mit Stäbchen häkeln?

Ja, die Zunahmezahlen bleiben gleich, aber das Gehäkelte bekommt einen ganz anderen Charakter. Runden aus Stäbchen (dc) sind viel höher, deshalb wächst der Kegel deutlich schneller in die Höhe, und durch die lockereren Maschen scheint die Füllwatte durch. Höhere Maschen passen zu dekorativen Kegeln wie Mützen und Baumdecken, während feste Maschen (sc) der Standard für alles Ausgestopfte bleiben.

Welche Häkelprojekte sind eigentlich Kegel?

Weihnachtsbäume, Wichtelmützen, Hexenhüte, Partyhüte, Einhorn-Hörner, Karotten, Eistüten, Vogelschnäbel, Raketenspitzen, Hüllen für Blumensträuße und die Schwänze vieler Amigurumi-Tiere. Sobald du einen Kegel auf Kommando häkeln kannst, brauchst du für erstaunlich viele saisonale Anleitungen und Figuren-Anleitungen kein eigenes Tutorial mehr.

Brauche ich für einen Kegel einen Maschenmarkierer?

Ja, mehr als bei fast jeder anderen Form. Kegel werden in einer durchgehenden Spirale ohne Verbindung gehäkelt, es gibt also keine Naht, an der du zählen kannst. Und weil jede Runde dieselbe feste Anzahl Zunahmen hat, zeigt sich eine einzige vergessene Zunahme dauerhaft als Delle in der Wand. Klipp einen verschließbaren Markierer in die erste Masche jeder Runde und setz ihn beim Weiterhäkeln nach oben um.

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Ava Collins, Gründerin von MrsCrochetWorld

Geschrieben von

Ava Collins

Hi, ich bin Ava — Designerin, Testerin und Ein-Frau-Team hinter MrsCrochetWorld. Jede Anleitung hier ist von mir selbst entworfen, gehäkelt und geschrieben, damit Anfänger und Profis gleichermaßen selbstbewusst häkeln können.

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